Die von der Vogelwarte veröffentlichte Statistik "Kormoranbruten 2011" spricht eine deutliche Sprache. Ich frage mich wie lange der Vogelschutz noch warten will, um gemeinsam mit der Fischerei vernünftige Massnahmen umzusetzen.
Denn lange haben wir nicht mehr Zeit, den anscheinend unsichtbaren Lebewesen unter der Wasseroberfläche das notwendige Gehör zu verschaffen.
Wird der unverhältnissmässige Schutz einzelner Tierarten wie z. B Kormoran oder auch Gänsesäger aufrechterhalten, leiden zwangsläufig die Bestände in der Nahrungskette. Ohne die jährlichen Besatzmassnahmen durch die Fischereivereine und das Fischerei-Inspektorat, wären ganze Fluss- und Bachabschnitte ohne grosses Leben unter der Wasseroberfläche, was zwangsläufig auch die Dezimierung der fischfressenden Vögel zur Folge hätte.
Doch muss Sturheit und Unvernunft mit dem Verschwinden einzelner Tierarten bezahlt werden?
Es ist auch selbstverständlich und klar, dass wir Fischer viel Zeit am Wasser verbringen um Fische zu fangen,!
Jedoch hat der Fischer seit langer Zeit erkannt, dass es ohne regulierende und unterstützende Massnahmen für viele Fischarten keine Überlebenschance gibt. In unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden werden Kleinfische jeglicher Art in natürlicher Umgebung aufgezogen und anschliessend in die Gewässer ausgesetzt. Dabei wird insbesondere darauf geachtet, dass die genetische Vielfalt erhalten bleibt. Die genetischen Eigenschaften ermöglichen den Kleinfischen das Überleben und sichern auch in Zukunft natürliche Besatzmassnahmen.
Doch diese Ansätze werden durch ideologische Verbissenheit aufs Spiel gesetzt. Wird es in naher Zukunft nicht möglich, die Anzahl der Kormorane und Gänsesäger auf ein verträgliches Mass anzupassen, so werden immer mehr Fischarten auf der roten Liste auftauchen.
In unseren Regionen und Flusslandschaften ist der einzige natürliche Feind dieser Wasservögel der Hunger. Dies bedeutet jedoch auch, dass unter der Wasseroberfläche ein Überlebenskampf im Gange ist.
Sind doch gerade die Fischer im Wesentlichen die Initianten für einen Gewässerschutz, der sehr stark auf die Wiederherstellung von natürlichen Gewässersystemen und die Verbesserung der Habitate für die Fischwelt setzt. Unzählige Renaturierungsprojekte werden von Fischern initiiert und ausgeführt. Doch gerade in den aufgewerteten Gebieten, wo die neue Fluss- oder Bachstruktur von den einzelnen Fischarten meist sehr schnell angenommen wird, eröffnet sich den fischfressenden Vögelarten auch immer ein neues Jagdrevier.
Daraus ist doch eindeutig zu erkennen, dass nur gesamtheitliches Handeln, dazu gehört auch ein Prädatorenmanagement, da nicht die Lobbyarbeit oder sonst welche Ideologien zum Ziel führen.
Die Zahlen in der Statistik soll jeder für sich interpretieren, jedoch Lösungen werden wir nur im Gleichgewicht finden. Dazu ist jetzt Bewegung an allen Ufern und in allen Nestern gefragt!
Ich bin überzeugt, dass die Fischer bereit sind für eine wegweisende Umsetzung.
Markus Schneider
KORMORAN-STATISTIK 2011